Elternbrief – Mobbing

Elternbrief – Mobbing

Liebe Eltern,

leider hören wir immer häufiger in unseren vielen Gesprächen mit Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern und Ihnen: Mobbing ist bereits im Grundschulalter ein Thema, über das gesprochen werden muss. Viel zu oft wird ausgelacht, ausgegrenzt, geschubst, geschlagen und getreten.  Leider ist das ein trauriger, aber realer Alltag.

Seit Jahren sagen wir dem Mobbing im wahrsten Sinne des Wortes den „Kampf“ an! Wir setzen uns vehement für dieses sensible Thema ein und kooperieren zudem mit diversen Partnern. Gemeinsam vorbeugend aktiv werden ist die Devise, bevor die Opfer sich aus ihrem Umfeld zurückziehen und die Mitschüler eventuell wegschauen oder sich sogar auf die Seite der Täter schlagen müssen, aus Angst, selbst zur Zielscheibe zu werden. Dabei ist es sehr wichtig, schon kleinste Anzeichen von eventuellem Mobbing aufmerksam zu beobachten und auch darüber zu sprechen. In den kommenden Wochen haben wir in unseren Mattengesprächen deshalb nur ein Thema. Wir machen den Januar zum Anti-Mobbing-Monat.

Mögliche Anzeichen

Fallen Ihnen die folgenden Verhaltensweisen bei Ihrem Kind auf, sollten Sie hellhörig werden, denn Ihr Kind könnte möglicherweise von Mobbing betroffen sein:

  • Berichtet Ihr Kind, dass keiner mit ihm spielen will, es geärgert wird oder Gewalt erfährt?
  • Lassen die schulischen Leistungen Ihres Kindes plötzlich oder schleichend immer weiter nach?
  • Klagt Ihr Kind häufig über Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schlafstörungen oder andere körperliche Beeinträchtigungen?
  • Geht es nur noch ungern in die Schule und/oder möchte auffallend oft, dass Sie es dorthin begleiten?
  • Möchte es gelegentlich gar nicht erst zur Schule gehen?
  • Verschwindet plötzlich sein Geld oder andere Wertsachen?
  • Zieht es sich immer weiter zurück und igelt sich ein?
  • Reagiert es auf Nachfragen ausweichend?

Tatsächlich sind solche Anzeichen oft versteckter. Wenn Ihnen einer oder mehrere der oben genannten Punkte auffallen, sollten Sie in jedem Fall handeln.

Der nächste Schritt

So können Sie Ihrem Kind helfen:

  • Versuchen Sie Ihr Kind vorsichtig auf Ihre Beobachtungen anzusprechen. Beachten Sie dabei allerdings, Ihr Kind nicht zu bedrängen, da es sich gegebenenfalls nur noch weiter zurückzieht. Wichtig in dieser Situation ist, dass Sie Ihrem Kind Rückhalt geben und es sicher weiß, dass Sie hinter ihm stehen und es unterstützen. Verdeutlichen Sie Ihrem Kind, dass an ihm nichts falsch ist.
  • Suchen Sie den Kontakt zu den Lehrkräften Ihres Kindes und sprechen Sie über Ihren Mobbingverdacht, denn vielleicht ist den Lehrkräften Ähnliches aufgefallen. Bleiben Sie bei den Gesprächen möglichst sachlich, bestehen Sie allerdings darauf, dass schnellstmöglich gehandelt wird. Zusätzlich können konkrete Maßnahmen vereinbart werden, die in einem gegebenen Zeitrahmen umgesetzt werden.
  • Falls in einem unwahrscheinlichen Fall die Klassenlehrerin bzw. der Klassenlehrer nicht gewillt ist zu handeln, wäre die nächste Möglichkeit, die Schulleitung oder den Elternbeirat der Schule einzubeziehen. Sollte auch diese Maßnahme nicht greifen, kann zudem die Schulbehörde kontaktiert werden.
  • Vermeiden Sie, den Kontakt zu den Eltern des „Täters“ zu suchen. Diese werden womöglich sehr emotional reagieren, da sie ihr eigenes Kind schützen wollen. Auch die Kinder selbst sollten nicht angesprochen werden, es sei denn Sie sind direkter Zeuge eines solchen Mobbingvorfalls.