Kampfkunst für Mädchen

Kampfkunst für Mädchen

Der Sohn geht zum Fußball, die Tochter zum Ballett. Obwohl wir die Rollenbilder der Geschlechter immer mehr aufweichen, sind die veralteten Vorstellungen noch in den Köpfen von Eltern und Verwandten verankert. Wenn diese Rollenbilder auch nur unterbewusst in unserem Köpfen. Blau versus Rosa, stark und wild versus ruhig und empathisch. Kampfkunst ist für die Jungs, Reiten für die Mädchen. Schaut man sich im Spielzeughandel um, sind auch die Marketingstrategien eindeutig auf die Geschlechter gerichtet und unterstützen diese Denkweise. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Tochter deswegen nicht mit Puppen spielen sollte! Ganz im Gegenteil heißt dies nur, dass die Kids – unabhängig von ihrem Geschlecht – das tun sollten, was ihnen Spaß macht. Ohne sie in eine bestimmte Richtung zu drängen, sollten wir ihnen die freie Wahl lassen. Denn wir wissen: Vom Kampfsport profitiert jedes Kind! Deswegen möchten wir im Nachfolgenden erläutern, warum Mädchen genauso wie Jungs Spaß am Kampfkunstunterricht haben!

Voraussetzungen

Ganz allgemein ist jedes Kind für den Unterricht geeignet. Nicht das Geschlecht, sondern der Spaß an Sport und Bewegung sind entscheidend! Die Kids werden abhängig von ihren Vorkenntnissen trainiert und ihre individuellen Vorlieben beachtet. Wir können aus jahrelanger Erfahrung sagen, dass Mädchen den Jungs in Nichts nachstehen, weder Kraft, noch Lernfähigkeit, noch Ausdauer. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass sich auch Mädchen für Kampfkunst interessieren. Wann die Kinder beginnen, ist nur abhängig vom Alter und der Reife des Kindes. Generell starten wir ab fünf Jahren und unterrichten die Kinder in nach Alter gestaffelten Gruppen. So wird verhindert, dass jemand über- oder unterfordert ist. Das Kind sollte allerdings nicht gezwungen werden, nach der Probestunde unbedingt weiterzumachen. Weder der Tochter, noch dem Sohn oder uns macht es so Spaß.

Die Vorteile

Kampfkunst bringt eine Menge Vorteile für Jung und Alt mit. Denn hier wird die allgemeine Fitness gefördert und der natürliche Bewegungsdrang der Kinder genutzt. Vor allem ist Letzteres wichtig für Mädchen: So ist es oft noch so, dass von ihnen erwartet wird, ruhiger zu bleiben und weniger zu toben.

Auch das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl wird gefördert. Gerade Mädchen werden von der Gesellschaft dazu gedrängt, ihre eigene Meinung nicht so laut kundzutun. Das kann vor allem in Gefahrensituationen gefährlich werden, wenn die Kinder nicht im Flucht- und Distanzverhalten geschult wurden. Trotz immer weiter fortschreitender Emanzipation müssen sich gerade Mädchen ihren Platz in der Gesellschaft und in Führungspositionen erkämpfen. Dafür müssen sie lernen sich für sich selbst einzusetzen, um z.B. Wertschätzung zu erhalten, die ihnen andernfalls möglicherweise verwehrt bleibt.

Passend dazu lernen die Kinder, ihre Stimme, Körpersprache und Mimik einzusetzen, um sich sowohl gegen Gleichaltrige als auch Erwachsene behaupten zu können. Außerdem lernen sie ihre Kraft, Koordination und Kondition richtig einzuschätzen und erweitern ihre Fähigkeiten stets. So entwickeln sie ein gesundes Körpergefühl uns lassen sich beispielsweise weniger negativ von Social-Media-Kanälen beeinflussen.

Kampfsport ist Teamsache

Wir trainieren in der Gruppe und mit Trainingspartnern, sodass hier niemand ausgeschlossen wird und neue Freunde garantiert sind. Das heißt auch, dass die Berührungsängste zwischen den Geschlechtern verschwinden. Hier ist jeder gleich, befolgt dieselben Regeln und bekommt altersangepassten Unterricht. Die Gruppendynamik spielt letzten Endes eine größere Rolle und macht den Spaß aus – egal, ob Mädchen oder Junge.

Welcher Kampfkunststil der richtige für das Kind ist, findet Ihr nur durch gemeinsames Ausprobieren heraus. Zwar sollte kein Kind zu etwas gezwungen werden, manchmal braucht es aber Ermutigung der Eltern, um sich etwas zu trauen, das so gar nicht „typisch“ Junge oder Mädchen ist.