Kinder und die Wut - Selbstbehauptung und Selbstverteidigung

Kinder und die Wut

Kinder verfügen auch mit einem geringen Alter bereits über ein umfangreiches Set an Fähigkeiten. Dazu gehört auch die Fähigkeit wütend zu werden.
Kinder werden wütend, wenn sie sich in irgendeiner Weise bedroht oder angegriffen fühlen. Diese Bedrohung muss nicht gezwungenermaßen körperlich sein. Sie kann auch seelischen Hintergrund haben, indem sie sich gegen die Bedürfnisse, Gefühle, Werte oder schlichtweg gegen den Willen des Kindes richtet.

Wut ist gesund

Man mag es nicht glauben, aber wütend zu sein, ist sogar gesund. Es bedeutet, dass wir einen gewissen Selbstschutz an den Tag legen. Damit machen wir uns abwehrbereit. Wut bedeutet also grundsätzlich erst einmal, dass wir bereit sind uns zu behaupten, gegen andere durchzusetzen und zur Wehr zu setzen können. Wut kann also den eigenen Selbstwert und den Charakter formen.

Nach innen gerichtete Wut ist jedoch schädlich. Hier können Kinder ihre Wut nicht mehr ausdrücken und rauslassen, sondern fangen an die Wut gegen sich selbst zu richten. Das vermindert das Selbstwertgefühl, da Kinder sich ohnmächtig und hilflos fühlen. Ein geringes Selbstwertgefühl kann im schlimmsten Fall zu einer Depression führen.

Der Umgang mit Wut

Für den Gegenüber ist es nicht immer leicht damit umzugehen. Denn auch bei dem, der die Wut abbekommt, werden starke Gefühle ausgelöst. Das können ebenfalls Wut oder Angst sein. Daher ist der richtige Umgang mit Wut für Kinder sowie Erwachsene wichtig. Wer versteht, dass Wut nicht zwangsläufig etwas Negatives ist, sondern auch ein gesundes Gefühl ist, kann lernen damit produktiv umzugehen. Das bedeutet sie nicht zu verdrängen oder zu unterdrücken und nicht andere damit zu verletzen.

Eltern müssen in diesem Sinne ihre Vorbildfunktion wahrnehmen, um ihren Kindern eine Orientierungshilfe zu sein. Wenn Erwachsene es schaffen die Wut des Kindes als einen Ausdruck des Selbstschutzes zu akzeptieren, können Sie auch das Gefühl beim Kind bewusst steuern.

Wut bei Mädchen und Jungen

Statistisch gesehen sind Mädchen immer noch diejenigen, die ihre Wut nicht ausleben, sondern sie eher gegen sich selbst richten oder verdrängen. Jungs neigen nach wie vor dazu ihre Wut durch Aggression und das Verletzen anderer auszudrücken. Dies begründet sich mit der rollenkonformen Sozialisation ab dem Schulalter. Jungen werden angehalten nicht zu weinen, während Mädchen nicht laut sein sollen.

Wut als Helfer

Eltern sollten ihren Kindern unabhängig vom Geschlecht den Raum für Wut eröffnen. Es ist daher wichtig den Kindern zu vermitteln, dass Wut …

• Einen beschützt
• Kräfte verleiht
• Hilft, sich durchzusetzen
• Hilft, sich zu wehren
• Hilft, Nein zu sagen
• Mutig macht