Umgang mit Fremden

Umgang mit Fremden

Alle Eltern möchten ihre Kinder auf gefährliche Situationen, die im Alltag passieren können, vorbereiten. Jedoch ist dabei wichtig, dass die Kinder dabei nicht ängstlich gemacht werden, sondern nur verstärkt sensibilisiert werden. Deshalb möchten wir Ihnen einige Tipps zu diesem Thema geben.

Sprechen Sie mit ihrem Kind

Sprechen Sie das Thema behutsam an. So bekommt Ihr Kind, bei der Warnung vor Fremden, keine Angst oder wird misstrauisch. Schaffen Sie eine lockere Atmosphäre und sprechen Sie kindgerecht („Es gibt Menschen, die es nicht gut mit dir meinen. Lass uns daher über Möglichkeiten sprechen, wie du sicher von der Schule nach Hause kommst.“). Vermeiden Sie Verallgemeinerungen, wie: „Spreche nie mit Fremden!“, sondern bereiten Sie Ihr Kind auf bestimmte Situationen vor. Nutzen Sie dabei vertrauensvolle Gespräche und keine Rollenspiele.

Unsere Tipps:

Möglichkeiten zum Schutz, die Sie mit Ihrem Kind besprechen können:

Zu Erwachsenen darf man Nein sagen

Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es in Ordnung ist, sich gegen Erwachsene zu stellen, wenn sie sich unwohl fühlen. Sei es, wenn sie von Verwandten das Küsschen auf die Wange nicht mögen oder jemand Fremdes sie anspricht. Nehmen Sie die Gefühlswelt Ihres Kindes ernst und stärken Sie ihm in solchen Fällen den Rücken.

Sich auf das Bauchgefühl verlassen

Verspürt ihr Kind ein unangenehmes Gefühl, lassen Sie zu, dass es auf sein Bauchgefühl hört und sich von der Situation entfernt. Das kann in brenzligen Momenten nützlich sein.

Fremden nicht die Wohnungstür öffnen und sich nichts von ihnen versprechen lassen

Das sollte jedes Kind von Anfang an behutsam lernen. Machen Sie klar, dass von Fremden nichts angenommen werden darf und Sie immer informiert werden sollten, wenn die Tür geöffnet wird.

Nicht mit fremden Personen mitgehen – ein Codewort für den Notfall ausmachen

Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind ein Codewort, nach dem es fragen soll, wenn es von jemanden außer Ihnen abgeholt wird. Sollte dieses Codewort nicht genannt werden können, sollte Ihr Kind sich sofort an einen sicheren Ort – wie z.B. die Schule oder ein Ladengeschäft begeben.

Fremde siezen, damit andere merken, dass Ihr Kind diese Person nicht kennt

Damit Umstehende immer über das Verhältnis im Klaren sind und ggf. eingreifen können, sollte der Vertrautheitsgrad bereits in der Sprache deutlich werden. Kindgerecht lässt sich dies so umformulieren, dass es höflich ist, Erwachsene zu siezen.

Erwachsene um Hilfe bitten, wenn Ihr Kind Angst hat

Es ist in Ordnung, andere Erwachsene anzusprechen, wenn das Kind sich unwohl oder unsicher fühlt. Es ist besser, wenn jemand mal genervt ist, als im Ernstfall nicht zu wissen, an wem man sich wenden kann.

Geschäfte oder Lokale als Orte sehen, um Hilfe zu bekommen

Gleiches gilt für Ladengeschäfte. Auch wenn Besitzer genervt reagieren könnten, kann es im Notfall ein sicherer Hafen sein.

Ab welchem Alter man seine Kinder für den Umgang mit Fremden sensibilisieren sollte, entscheiden Sie individuell. Spätestens sollte dies aber ab der Schulreife geschehen.